Wednesday, April 18, 2012

Zur Kopiermaschine Internet

Unlängst wurde das Internet als große Kopiermaschine betitelt. Ich sag mal, dass ist nur die halbe Wahrheit, aber es genügt um einen Punkt festzumachen. Die Realität der technischen Möglichkeiten stellt die Geltung der rechtlich getroffenen Wertungen des Urheberrechts in Frage. In seinem Beitrag zur Urheberrechtsdebatte hat sich Christoph Kappes klar positioniert. Für ihn ist das Urheberrecht keine Vorrechtliche Instanz, sondern durch Menschen geschaffen. Es muss ausgehandelt werden. Es muss vor allem jetzt, zu Zeiten der großen Kopiermaschine Internet neu ausgehandelt werden. Insbesondere spricht er sich gegen Leistungsschutzrechte wie das Recht am Lichtbild oder das Recht der Verleger:
"Es gibt in einer volldigitalisierten Welt keinen Grund mehr, Milliarden Fotos auf Facebook pauschal zu schützen, obwohl nur wenige Aufnahmen besondere Fertigkeiten erfordern oder seltene Dinge zeigen. Das gilt auch für den zweihundertsten Aufguss einer Online-Tagesnachricht, der kaum den Inhalt ändert, sondern nur die Form. Dieses Vorgehen stiftet keinen zusätzlichen Nutzen, der neue Text ist selbst inhaltlich eine Kopie."
In der Tat muss die Politik auf die Probleme der Gegenwart reagieren, damit die Rechtsordnung die Probleme der Zukunft lösen kann. Ich sag mal, beides ist momentan defizitär. Dies gilt sowohl für die Interessen der Urheber als auch der Nutzer. Vor allem jedoch fehlen Geschäftsmodelle der Content Industrie, die mit der starken Nachfragemacht der Nutzer umgehen können.

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Quellen:
  1. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,826871,00.html

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