Tuesday, April 2, 2013

Produktpiraterie ist laut EU-Kommission förderlich für den Verkauf von Musikdateien im Internet. Wer hätte das gedacht?

Die EU-Kommission hat ein Arbeitspapier herausgegeben, welches den Verbrauch / Gebrauch digitaler Musikdateien im Internet untersucht. Herausgekommen ist, dass Produktpiraterie den Absatz von körperlichen Tonträgern zwar nach wie vor schädigt, dass aber der Absatz digitaler Musik gefördert wird. Die Anwesenheit sog. illegaler Download-Seiten hat zu einer Steigerung der Käufe legaler Musikdateien geführt. Das Gleiche gilt für die Anwesenheit von Streaming-Diensten. Gleichzeitig scheinen die Nutzer des Internets das Angebot illegaler Musik Downloads nicht auf den gleichen Markt anzusiedeln, wie legale Downloads. Das Arbeitspapier kann hier abgerufen werden.

Interessant wäre nun, wie man das Urheberrecht vielleicht an solche Erkenntnisse anpassen kann, damit Urheber ganz legal von solchen positiven Effekten im Internet profitieren können. Momentan sind Geschäftsmodelle, die das bereits integrieren, zumindest für einen Beteiligten der Wertschöpfungskette illegal – nämlich für den Nutzer – und mit dem Risiko der juristischen Inanspruchnahme behaftet. Bislang ging man in der ökonomischen Analyse des Urheberrechts davon aus, dass die öffentliche Nutzbarkeit eines Werkes ein positiver externer Effekt für die Allgemeinheit sei, der über das urheberrechtliche Verwertungsrecht internalisiert wird. Möglicherweise hat das daraus für die Gewährung des ausschließlichen Verwertungsrechts gewonnene Argument nun einen Teil seiner argumentativen Kraft eingebüßt, wenn nämlich die lizenzfreie Nutzung zu einer Absatzsteigerung und somit (ebenfalls) zu einer Internalisierung des externen Effekts für Urheber führen kann.

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Quelle:
http://ftp.jrc.es/EURdoc/JRC79605.pdf